Kreis GG - Online-Broschüre

Wissenswertes zur Pflege von Streuobstbeständen

Nauheim-Online -

Tipps für die Pflege von Streuobstbeständen gibt es als Broschüre online. © Foto Nauheim-Online

 

3.6.26 - Der Landkreis Groß-Gerau hat gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband Kreis Groß-Gerau und dem Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald eine Streuobstbroschüre neu aufgelegt.

Die Broschüre, die auf langjähriger Erfahrung von Barbara Stowasser basiert, bündelt praktische Erfahrungen aus dem hessischen Ried.

Sie informiert über Standortwahl, regionale Obstsorten, Pflanzung, Pflege, Schnittmaßnahmen und typische Problemstellungen.

Der Ratgeber soll als praxisnaher Leitfaden dabei helfen, Streuobstwiesen langfristig erfolgreich anzulegen und zu erhalten.

Streuobstwiesen gelten heute als gefährdete Lebensräume und stehen in Hessen auf der Roten Liste. Gleichzeitig wächst das Interesse an ihrer Pflege und ihrem Erhalt wieder deutlich.

Die neue Broschüre soll Eigentümer, Kommunen, Vereine und Interessierte unterstützen, dieses wichtige Kulturgut für kommende Generationen zu bewahren.

Die Broschüre ist > hier online auf der Homepage des Kreises abrufbar.

Hintergrund

Streuobstwiesen gehören zu den prägendsten Bestandteilen der hessischen Kulturlandschaft. Mit ihren hochstämmigen Obstbäumen, blütenreichen Wiesen und ihrer großen regionalen Sortenvielfalt bieten sie wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Wildbienen, Schmetterlinge, Steinkauz, Gartenrotschwanz, Zauneidechsen oder Fledermäuse wie der Große Abendsegler finden hier Nahrung und Rückzugsräume. Gleichzeitig sind Streuobstwiesen typischer Bestandteil der Landschaft im hessischen Ried und bewahren regionales Kulturgut.

Doch vielerorts geraten die Bestände zunehmend unter Druck. Viele Streuobstwiesen sind in den vergangenen Jahrzehnten verschwunden. Grund dafür sind häufig die heranrückende Bebauung oder die Umwandlung in Ackerflächen und Plantagen.

Gleichzeitig leiden bestehende Bestände unter fehlender Pflege, überalterten Bäumen und ausbleibenden Nachpflanzungen. Auch die Pflege der Wiesen ist entscheidend: werden Wiesen nicht mehr gemäht, bilden sich auf den Flächen mehr Büsche, wertvolle Lebensräume gehen verloren.

Zusätzlich setzen die Folgen des Klimawandels den Obstbäumen zunehmend zu. Trockenheit, Hitzeperioden, Starkregen oder Spätfröste führen vermehrt zu Schäden an den Beständen. Auch Misteln und Krankheiten schwächen viele Bäume. Zudem verändern sich Blüte- und Erntezeitpunkte.

Dabei zeigt sich immer wieder, dass gerade bei neu angelegten Streuobstwiesen typische Fehler auftreten, wie etwa durch ungeeignete Standorte, mangelnde Pflege oder fehlende Erfahrung bei Planung und Anlage.

Oft bleiben die Flächen dadurch hinter den Erwartungen zurück oder entwickeln sich nicht dauerhaft zu ökologisch wertvollen Lebensräumen.

 

 


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