Naumer Kerb - Kerwespruch 2026

Kleine Frotzeleien und ein Glückwunsch

Nauheim-Online

Ralf Uhlemann verliest seinen Kerwespruch. © Foto Nauheim-Online

 

Von Ralf Uhlemann

Begrüßung

Anfang Oktober is es wieder so weit,

da is in Naum Kerwezeit.

Es duftet nach Bier und es dringt aus de Kneipe,

Musik und Gesang zu fröhlichem Treibe.

Die Kerweborsch ziehen durch die Gasse,

jetzt kann man mal wieder die Seele baumeln lasse.

Mir feiern die Feste wie se falle,

und ist dann ach alles alle.

Mir hatte Spaß, mir hatte Freud,

mir feiern jetzt und heut.

Denn die Leit, die sinn so froh,

die Naumer Kerb is endlich wieder do.

Drum grüß ich gern die Gäste,

zum schönsten Naumer Kerwerfeste.

Ich grüß die Reichen wie die Armen,

alle die zum Feste kamen.

Ob Mann, ob Frau, ob Kind,

mir feiern all geschwind.

Ich grüß den Normalo wie die Strunzer,

mit dem Schlachtruf wem ist die Kerb, ei unser!

Und die Musik spielt zu unserer Freud: ,,So ein Tag, so wunderschön wie heut“

 

Schnell, schneller, Naum!

Einst sind se durch Naum gerannt,

waren als Giganetzer bekannt.

Hawe die Leit gern müd geschwätzt,

mit Verträgen dem Ganze die Kron uffgesetzt.

Mit hoher Geschwindigkeit rauschen die durch de Ort,

passiert es bis heid nix, darauf mein Wort.

Nur de Trottowa hat mer schlecht behandelt,

net mehr richtig zugemacht, dass ganze verschandelt.

Doch nach wie vor das ist eine Qual,

sind Rauchzeichen und Trommeln, Mittel der Wahl.

Die sind so lahm, net mal das Rohr im Keller,

doch uff de Schillerstrasse geht's schon schneller.

Von 30 auf 50 Km/h,

so dass mancher Anwohner rot schon sah.

Die Schillerbrick des is eine Freid,

Mit 70 un mehr, kein Blitzer weit und breit.

Und uff dere Kinsteerer geht es dann weiter,

wo die Kinder zum Sport gehen, das kann werden heiter.

Und Schuld war eine Gesetzeslücke,

dem tat mehr die Geschwindigkeit net drücke.

Ohne Gefahr keine Absenkung für den Verkehr,

dabei laafe zum Sport Kinner hin und her.

Doch das Schnellste in Naum,

ihr Leit seid gespannt,

is de Gemeindespiegel, des ist uns bekannt.

Die wisse schon heit, was moje passiert,

wem, was, wann und wo es pressiert.

Die Bürgerversammlung sie ham's schon gewusst,

fand statt am 20. August.

Doch eine Woche vorher, man liest es gebannt,

das Ergebnis im Gemeindespiegel schon stand.

Der Bürgermeister tat mit der Sitzung brilliere,

so ebbes darf einfach nett passiere.

Aber vielleicht, da die hell ja können sehe,

tun alsbald die Lottozahlen vom Samstag drin stehe.

Dann hätte die, ich tues hier ausbreite,

die höchste Auflage seit ewische Zeite.

Auch unser Musik des net vergaß,

spielt jetzt: ,,Ich geb Gas, ich will Spaß.“

 

Bus und Haus

Musik wird oft nicht schön gefunne,

weil sie stets mit dem Geräusch verbunne.

Das schrieb Wilhelm Busch ganz ohne Frache,

und heit ist der Buslärm nicht mehr zu ertrache.

Von Lärm, kaputte Staße und annern Dinge,

könne die Leit in der Industriestraße e Liedche singe.

Nachts, wenn man geht zur Ruh,

liegt im Bett, man beide Augen zu.

Tut sanft ins Land der Träume gleite,

da kommt ein Dröhne, dann von Weite.

Ein Bus fährt die Straße hin und her,

fährt uff de Hof, macht Lärm dann noch viel mehr.

Isch sachs, ist keine Posse,

der Motor der werd laafe gelosse.

Und zu allem Überfluss,

werd noch Staub gesaugt, zum Schluss.

Der Müll wird ach noch weg gemacht,

schon biste um deinen Schlaf gebracht.

Nun ist es ein Gewerbegebiet, des is richtisch,

aber nur gemischt, also Lärmschutz ist wichtisch.

Denn is es Lebe in Naum ganz schee teier,

dafür zahlen die Busse aber ach Gewerbesteier.

So rauft eich zusammen stets,

denn nur Miteinander geht's.

Auch die Gemoa hat ihre Aufgabe zu mache,

zum Beispiel über den Lärmschutz wache.

Is der Belag der Straße viel zu dünn,

erneuern, sonst ist der Kanal dahin.

So tut sich mir die Frach uffdränge,

bleibt denn alles am Steuerzahler hänge?

Drum spielt die Musik jetzt deftig,

für alle laut und kräftig:

"Wie heißt die Mutter von Niki Lauda? Alle: "Mama Lauder!"

 

Ein N zu viel

Eine Redensart die lautet hier,

geduldisch is bekanntermaßen das Papier.

Doch auch ein Schild in gelb gehüllt,

manchmal diesen Spruch erfüllt.

Ein Blick darauf, der sollt sich lohne,

weil wir alle jetzt in NAUNHEIM wohne.

Als Witz des Sommers, sich der Fehler zu uns gesellt,

jedenfalls hat sich NAUNHEIN schon bei uns gemeld.

Doch net so, wie ich die kenn,

dene gings net so um des N.

Die wären gern zu uns gekomme,

hätte das komplette Schild genomme.

Weil darauf, habt ihrs erkannt,

etwas wie ein Bahnhof stand.

Der dut dene nämlich fehle,

mit dem Schild wolle se den Bojemaster quäle.

Das auch sie, ganz unbenomme,

endlich einen Bahnanschluss bekomme.

Eines weiß ich jedenfalls,

das Schild passt besser nach Rheinland-Pfalz.

Liebe Hessenmobiler, schickts rüber irgendwann,

aber macht bei uns des Alte wieder dran.

Denn bei uns gibt’s Rosengarten, HeHo und Café Stelzer,

denn mir sein Naumer und kaa Pälzer.

Da wär noch eine Sache jetzt zu kläre,

lasst mich einfach mal gewähre.

Also jetzt ein N zuviel, ich hab,

ich brauchs net mehr, wer kauft's mir ab.

Für ne kleine Spende in die Kerwekasse,

von euch, das fänd ich werklich klasse!

Und die Musik spielt nett vergebens: ,,Freut euch des Lebens"

 

Ehre wem Ehre gebührt

Ich bin im Thema schon mittendrin,

wir haben eine neue Ehrenbürgerin.

Sie führt seit Jahren die Landfrauen an,

von ihr man noch viel lernen kann.

Wenn man sie braucht, dann ist sie da,

sozial eingestellt, wie wunderbar.

Sie tut mit den Landfrauen reisen,

gehört noch lange nicht zum alten Eisen.

Trägt das Bundesverdienstkreuz, ist bekannt

wird hier bei uns nur ,,Anne“ genannt.

Gibt nicht nur den Landfrauen Führung und Richtung,

kann gut kochen und Meister der Dichtung.

Ihr Hofladen war ein Treffpunkt im Ort,

es gab Latwerge vom Feinste, darauf mein Wort.

War im Chor in geselliger Rund,

gefeiert hat sie so manche schöne Stund.

Und hat nie die Benachteiligten vergesse,

daran kann sich mancher messe.

Drum Liebe Anne gratulieren wir,

dir zu deiner Ehre hier.

Ich hoffe, du bleibst noch lange erhalten, unserem Naum,

dass wir mit dir noch manch Stund verbringe, des wär ein Traum.

Und damit fangen wir jetzt gleich an,

kommt alle zum Kaffee in den Bürgersaal ran.

Die fleißigen Bienen und die Anne,

haben gekocht Kaffee, so manche Kanne.

Auch lecker Torte und Kuche,

die tun ihresgleichen suche.

An dieser Stelle sei Danke gesacht,

an die Landfrauen und Anne, die so viel Arbeit sich gemacht.

Kommt ran und lasst euch euren Gaumen erfreue,

ihr werdet es garantiert nicht bereue.

Und für dich Anne tut die Musik schweben,

Intoniert: ,,Hoch soll sie Leben"

 

Schluss

Ich euch noch so viel mehr erzähle könnte,

doch komm ich jetzt so langsam mal zum Ende.

Des war heute mal en schnelle Chat,

denn Zeit ist Geld und Geld hawwe mir net.

Bei der Gemoa ist in diesem Falle,

das Geld leider alles alle.

Doch mir lasse uns die Laune net verderbe,

mir feiern, fer eines will ich noch werbe.

Gebt den Kinner trotzdem reichlich Kerwegeld,

denn für die is die Kerb doch das Scheenste auf der Welt.

Drum an dieser Stelle net gespart,

bedenkt das auch ihr mal Kinner ward.

Feiert noch fröhlich, heiter,

mir ziehen jetzt weiter.

Die Musik spielt zum Schluss noch rasch,

fer alle noch den Kerwemarsch.

 

 


● Veröffentlichungen nur mit Genehmigung

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